kuttengrund
  Geschichte der Reichenbach Fundgrube
 

Die "Reichenbachfundgrube" ist die größte und die am längsten bebaute Grube im Kuttengrund. Die erste Erwähnung findet sich in alten Schneeberger Verleihbüchern als im Juli 1500 einem gewissen Peter Storch eine Fundgrube mit Erbstollen am Fallbach verliehen wird. Da während des 16. Jh. die Grube nur durch relativ finanzschwache Eigenlöhner betrieben wurde, gab es viele Besitz- und somit auch Namenswechsel. In diese Zeit fällt das Anlegen von etlichen kleineren Schurfschächten und des "Reichenbach Erbstollens", welcher die über ihm befindlichen Gruben entwässerte.

Der "Reichenbach Erbstollen" im Fallbachtal





Ziel des Bergbaues war das nur gering im Bleierz vorhandene Silber. Das Hauptabbauprodukt war allerdings Arsenkies, welcher in Linsenform, zum Teil reichlich auf dem Reichenbach Flachen anstand.


Diese erste Betriebsperiode kann zeitlich bis ungefähr zum 30 jährigen Krieg eingeordnet werden. Zwar ging der Grubenbetrieb, aufgrund der immer wiederkehrenden Pest, schon eher zurück, der endgültige Zusammenbruch erfolgte allerdings erst mit dem Einfallen der schwedischen Truppen in das Gebiet. Durch die Abgeschiedenheit der Anlagen, boten sie der hiesigen Bevölkerung einen guten Schutz vor dem wütenden Kriegsvolk.

Erst im Jahre 1764 begann die zweite und größte Betriebsperiode. Um in die Tiefe unter den "Reichenbach Erbstollen" zu gelangen wurde 1839 eine Gewerkschaft gegründet und ein wasserradgetriebenes Kunstgezeug aufgebaut. Allerdings schlug man beim Abteufen des Kunstschachtes alte Abbaue an, woraufhin dieser absoff. 
Durch die später immnoch große Menge an anfallenden Wasser, musste man das Vorhaben aufgeben.
Um den Grubenbetrieb aufrecht zu erhalten und um Geld für ein größeres Wasserrad zu erhalten, legte man daher 1841 den Bernhardt Stollen, am gegenüberliegenden Talhang an.                                              
                                                                                                     Der Bernhardt Stollen gegenüber dem            
                                                                                                                             Reichenbach Erbstollen



Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Schließlich einigte man sich darauf einen tieferen Entwässerungsstollen anzulegen, welcher in ca. 30 Metern Teufe den Kunstschacht entwässert. Somit wurde 1857 am Zusammenfluss von Kutten- und Fallbach der Reichenbach Hoffnung Stollen angeschlagen. Gleichzeitig wurde ein größeres Wasserrad beschafft um den begonnenen Kunstschacht bis zur erforderlichen Teufe niederzubringen. 1866 erfolgte der Durchschlag ins Gegenort und die Wasserprobleme waren endlich vom Tisch.
Bis zum Jahr 1889 wurde von der Gewerkschaft besonders 
Arsenkies und Bleiglanz abgebaut.
Der Reichenbach Hoffnung Stollen                       Dann herrschte für einige Jahre Betriebsruhe.  
                                                                               Eine letzte Abbauperiode erfolgte von 1898 bis 1927
                                                                               unter der Regie des Blaufarbenwerkes
                                                                               Niederpfannenstiel (heute Nickelhütte Aue),
                                                                              welche den Arsenkies als Katalysator für die
                                                                              Nickelaufbereitung benötige.

Ab 1950 untersuchten Trupps der SAG Wismut die Grubenbaue auf Uranerz, brachen aber die Suche ergebnisslos ab und sprengten 1956 das Mundloch.

Seit 1992 kümmert sich nun der Verein Historischer Erzbergbau Lößnitz um die Grube und hat Teile davon für Besucher zugänglich gemacht
.

Daten Reichenbach-Erbstolln:


Länge: 132 Meter
Betriebszeiten:
1500 - ca. 1600
1740 - 1889
1898 - 1927

Auf dem Bild: Mundloch des Reichenbach Erbstollens mit der gemauerten Radstube. Die aus hölzernen Pfostenflutern bestehende Aufschlagrösche wurde vom Verein nachgebaut und vermittelt einen Eindruck wie groß das sich einst hier drehende Wasserrad war (ca. 9 Meter).











Daten Bernhardt Stolln:


Länge: ca. 188 Meter
Betriebszeiten:
1841 - 1856
1951 - 1954

Auf dem Bild: Mundloch des Berhardt Stollns, rechts befindet sich die Mannschaftskaue des Vereins. Auf der linken Seite sieht man die Bühne, welche für Veranstaltungen genutzt wird.




Daten Reichenbach-Hoffnung-Stolln:

Länge: 960 Meter (ca. 300 Meter bis zum Kunstschacht)
Betriebszeiten:
1857 - 1889
1898 - 1927
1954 - 1956
eingebrachte Teufe unter den Reichenbach Erbstolln: ca. 33 Meter






Auf dem Foto: Mundloch des Reichenbach Hoffnung Stollns mit einer Übersichtstafel des Bergbaulehrpfades. Am rechten Bildrand sieht man den Abzweig zum Besucherbergwerk.
















 
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